Aegyptische Kunst
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Artikel aus dem Hillegossen ONLINE News-Archiv
Pharaonen-Sohn am Osninghang - Stieghorster vertreibt ägyptische Kunst in alle Welt
Stieghorst/ Kairo (he). Hieroglyphen und Skarabäen sind in Ostwestfalen eher selten zu finden. Umso mehr staunen Autofahrer und Passanten, wenn sie am Lipper Hellweg eine mit ägyptischen Symbolen verzierte Gartenpforte mit der Aufschrift »www.aegyptischekunst.de« entdecken. Hinter der Tür und der URL verbirgt sich der gebürtige Kairoer Atif Hasanien, der vom Osninghang aus Skulpturen, Schmuck und Papyrus vertreibt.
»Ich interessierte mich schon seit frühester Kindheit für das alte Ägypten«, begeistert sich Hasanien für seine Vorfahren. Doch bis der vermeintlich kleine Schritt vom Pharaonen-Sohn zum Kunsthändler vollzogen war, erlebte der 46-jährige eine wahre Odyssee.
Mit 20 Jahren wanderte er aus Kairo mit dem Ziel eines Medizinstudiums in Schweden aus. Doch statt in den hohen Norden verschlug es ihn nach Bielefeld, aus der Stockholmer Universität wurde das ägyptische Restaurant »Wali’s« am Kesselbrink. Zwei Jahre arbeitete er dort als Kellner und lernte Sprache, Land und Leute zu schätzen.

»Die Gastronomie war aber nie mein Ziel«, gab sich der damalige Neu-Bielefelder mit dem Erreichten nicht zufrieden. So arbeitete er als Elektriker, lernte das Dreherhandwerk und schloss eine Ausbildung zum Techniker ab. Aus einer betulichen Karriere an der Werkbank wurde aber zunächst nichts. 1983 übernahm er zusammen mit seiner Frau Annette eine Diskothek in Bünde, die sie bis 1987 betrieben. »Das war aber zuviel Stress«, erinnert sich Atif Hasanien zurück: »Ich hatte das Gefühl, dass dabei ich um zehn Jahre gealtert bin.«

Erst der Zufall machte aus dem inzwischen als Industrieingenieur tätigen Ägypter einen passionierten Kunsthändler. Als Hasanien mit Kollegen Kairo besuchte, beobachtete er wie ein Deutscher massenhaft Papyrus und Schmuck kaufte. »Er wollte die Kunstgegenstände auf dem Flohmarkt verkaufen«, berichtet er von der Geburtsstunde seiner Geschäftsidee: »Ich dachte mir: Das machst du auch – dann aber richtig.« Als Fachmann suchte er gute Stücke aus, importierte sie nach Bielefeld und begann den Vertrieb via Internet. Kurze Zeit später wurde aus dem Hobby ein kleiner Nebenerwerb. »Wir haben inzwischen Kunden in ganz Europa«, freut er sich über seinen Erfolg.

Tochter Moana-Luisa und Ehefrau Annette nehmen das zeitraubende Hobby von Atif Hasanien gelassen, auch wenn der Ägypter nach der Arbeit stundenlang in sein Arbeitszimmer verschwindet. Denn für die Zeit nach dem Berufsleben hat der Wahl-Bielefelder schon für sich und seine Familie vorgesorgt: »Später geht es zurück nach Ägypten, in ein Häuschen weit von Kairo entfernt«, freut er sich schon ein wenig aufs Altenteil. Doch bis dahin bleibt Stieghorst sein umtriebiger Pharaonen-Sohn erhalten.

Zum Foto:Definitiv keine Arbeitskleidung: Bei einer Ägypten-Reise schlüpften Atif Hasanien, seine Tochter Moana-Luisa (links) und eine Freundin in die Kleidung der alten Pharaonen.

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